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Werbungskosten bei jahrelangem Leerstand von Wohnungen nur bei Einkunfterzielungsabsicht abzugsfähig Drucken E-Mail
Einkommensteuer

Steht eine Wohnung nach vorheriger auf Dauer angelegter Vermietung leer, sind Aufwendungen als Werbungskosten so lange abziehbar, wie sich der Eigentümer ernsthaft und nachhaltig um eine Vermietung der leer stehenden Wohnung bemüht, z. B. durch Einschaltung eines Maklers oder fortgesetzte Zeitungsanzeigen. Werbungskosten sind dann abzugsfähig. Stehen Wohnungen ohne vorausgegangene Vermietung über nahezu drei Jahrzehnte leer, so können die während der Zeit des Leerstands anfallenden Aufwendungen nicht als vorab entstandene Werbungskosten bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung abgezogen werden. Es sei denn, der Eigentümer kann den ernsthaften Willen nachweisen, in Zukunft einen Überschuss aus der Vermietungstätigkeit zu erzielen.

So entschied das Finanzgericht Rheinland-Pfalz. Es reicht nicht aus, wenn der Eigentümer einen Makler beauftragt, einen gewerblichen Mieter zu suchen, damit ein Vorsteuerabzug aus Rechnungen für Bauarbeiten möglich ist. Auch potenzielle „private“ Mieter müssen gesucht werden, um die Einkunfterzielungsabsicht nachzuweisen. Der Bundesfinanzhof muss abschließend entscheiden.

Quelle: Blitzlicht Steuern Recht Wirtschaft 11/2009 DATEV e.G. / Deutsches Steuerberater Institut e.V.

 
Lohnsteuer - Steuerklassenwahl 2010 Drucken E-Mail
Einkommensteuer

Alljährlich im Herbst stellt sich für viele verheiratete Arbeitnehmer die Frage, ob sie mit der Wahl der Steuerklasse alles richtig machen oder ggf. die Steuerbelastung durch eine andere Entscheidung reduzieren können.  Das Bundesfinanzministerium hat auf seinen Internetseiten ein "Merkblatt zur Steuerklassenwahl 2010" veröffentlicht, welches die Entscheidung erleichtern soll. Insbesondere wird hier auch das neu eingeführte Faktorverfahren erläutert, mit dem sich - abweichend von den Steuerklassen IV/IV bzw. III/V - eine neue Gestaltungsmöglichkeit ergibt. Eine vom Finanzministerium angebotene Berechnungsmöglichkeit bei Anwendung des Faktorverfahrens finden Sie hier.

Auch bei Anwendung des Faktorverfahrens ist nach Jahresende eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einzureichen; mit der Steuerklassenwahl bzw. der Entscheidung für das Faktorverfahren wird daher lediglich die Höhe der Steuernachzahlung oder -erstattung im Rahmen der Einkommensteuererklärung beeinflusst und auf den Lohnsteuerabzug im Kalenderjahr verteilt. Andererseits kann sich die Steuerklasse auf die Höhe von Sozialleistungen (Arbeitslosengeld, Elterngeld usw.) auswirken. 

In diesem Jahr werden übrigens letzmalig die Lohnsteuerkarten in Papierform an die Bürger versandt. Ab 2011 wird die Steuerkarte dann durch ein elektronisches Verfahren ersetzt.

 
Koalitionsvertrag | Steuerpolitische Pläne der Koalition Drucken E-Mail
Einkommensteuer

Union und FDP haben am 24.10.2009 in Berlin den Entwurf für den gemeinsamen Koalitionsvertrag vorgestellt. Schon für das Jahr 2010 sind hiernach Steuersenkungen vorgesehen, die insbesondere Familien und Unternehmen entlasten sollen. Nach dem Wortlaut des  Koalitionsvertrages stehen jedoch sämtliche Vorhaben unter einem sog. Finanzierungsvorbehalt.

Die Steuerpläne der Koalition im Einzelnen:

Kinderfreibetrag: Er soll in einem ersten Schritt zum 1.1.2010 auf 7.008 € und das Kindergeld um je 20 € erhöht werden

Einkommensteuertarif: Der Steuertarif soll zu einem Stufentarif umgebaut werden. Die Zahl und der Verlauf der Stufen soll noch entwickelt werden. Der neue Tarif soll möglichst zum 1.1.2011 in Kraft treten.

 

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Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetz: Aufbewahrungspflicht ausgedehnt Drucken E-Mail
Einkommensteuer

Unternehmer mit Gewinneinkünften müssen Geschäftsunterlagen in der Regel zehn Jahre aufbewahren. Außerdem ist bei ihnen eine Außenprüfung (Betriebsprüfung) zulässig. Der Bundesrat hat am 10.07.2009 dem Gesetz zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung zugestimmt. Zukünftig müssen auch natürliche Personen, deren Summe der positiven Einkünfte aus Überschusseinkünften (aus nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und sonstige Einkünfte) mehr als 500.000 € im Kalenderjahr beträgt, die im Zusammenhang stehenden Aufzeichnungen und Unterlagen sechs Jahre aufbewahren. Bei Zusammenveranlagung sind die Feststellungen für jeden Ehegatten gesondert maßgebend. Außerdem ist bei den Betroffenen künftig eine Außenprüfung generell zulässig. Personen, die sich nicht an die Vorschriften halten und damit eine Außenprüfung erschweren, müssen mit Verzögerungsgeld rechnen.

Quelle: Blitzlicht Steuern Recht Wirtschaft 10/2009 DATEV e.G. / Deutsches Steuerberater Institut e.V.

 
Bürgerentlastungsgesetz: Steuerliche Absetzbarkeit von Kranken- und Pflegeversicherung verbessert Drucken E-Mail
Einkommensteuer

Der Bundesrat hat am 10.07.2009 dem vom Bundestag beschlossenen Bürgerentlastungsgesetz zugestimmt. Im Bereich der Vorsorgeaufwendungen sieht das Gesetz im Wesentlichen folgende Änderungen vor:

Die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (soziale Pflegeversicherung und private Pflege-Pflichtversicherung) sind ab 01.01.2010 in vollem Umfang abzugsfähig, die Kosten einer privaten Krankenversicherung nur in soweit, als sie über das Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung nicht hinausgehen.Ergeben sich aus dem Krankenversicherungsbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung Ansprüche auf Krankengeld oder ähnliche Leistungen, ist der jeweilige Beitrag um 4 % zu kürzen. 

Besteht für ein Kind ein Anspruch

auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag, sind die für dieses Kind geleisteten Beiträge zur gesetzlichen Kranken- bzw. Pflegeversicherung als eigene Beiträge der zahlenden Eltern abzugsfähig. Für die Absetzung von Vorsorgeaufwendungen wird ein Gesamtvolumen von 2.800 € (Personen, die ihre Kranken- und Pflegeversicherung selbst bezahlen müssen) und 1.900 € (andere Personen) gewährt.

Sonstige Vorsorgeaufwendungen (z. B. Beiträge für Haftpflicht-, Arbeitslosen-, Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherungen) sind im Rahmen dieses Gesamtvolumens absetzbar, soweit diese Beträge nicht schon durch Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge ausgeschöpft sind. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sind in jedem Falle vollständig absetzbar, auch wenn sie das genannte Gesamtvolumen übersteigen.

Die Vorsorgepauschale fällt weg. Die Höchstbeträge beim begrenzten Realsplitting und bei den Unterhaltsleistungen werden um notwendige und tatsächlich erbrachte Aufwendungen für Krankenversicherung und Pflegeversicherung erhöht. Vorsorgeaufwendungen werden im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt.

Die Änderungen im Bereich der Vorsorgeaufwendungen treten zum 01.01.2010 in Kraft.

Quelle: Blitzlicht Steuern Recht Wirtschaft 09/2009 DATEV e.G. / Deutsches Steuerberater Institut e.V.

 

 
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